Okt 30, 2011
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Psychische Gesundheit bei Kindern fördern

Unbesorgte Kindheit

© Christian Schwier - Fotolia.com

Die wichtigste Zeit für die psychische Gesundheit eines Kindes sind die ersten drei Lebensjahre.
Es ist die Zeit, in der das Kind entweder ein Urvertrauen oder im ungünstigen Falle ein Urmisstrauen entwickelt.
Das Urvertrauen schafft eine emotionale Sicherheit, die das Kind zu dem Vertrauen in sich und zu einem Vertrauen in die Menschen seiner Umgebung befähigt.

Für ein gesundes Selbstwertgefühl, für Liebes- und Beziehungsfähigkeit ist das Urvertrauen unabdingbar.

Wenn der Säugling in diesen so wichtigen Lebensjahren eine verlässliche, liebevolle und fürsorgende Zuwendung wenigstens eines Menschen seiner Umgebung erfährt, wird er dieses Urvertrauen aufbauen.

Wenn das nicht geschieht, wenn ausgerechnet die früheste Kindheit von Vernachlässigung, Lieblosigkeit, Unterversorgung oder gar Gewalt geprägt ist, baut das Kind statt Urvertrauen ein Urmisstrauen in sich auf.

Beziehungs- und Bindungsprobleme, Angstzustände, Depressionen und Aggressivität sind einige mögliche Folgen.

Nun kann sich kein Kind dieser Welt seinen Geburtsort aussuchen.

Der Mensch wird in eine ganz bestimmte Familie, in eine ganz bestimmte Umgebung hineingeboren, ohne dass er vorher dazu befragt wird.

Wie kann man Kindern, die eben nicht einen glücklichen, unbeschwerten Lebensanfang verlebten, zu einem gesunden Leben verhelfen?
Und wie kann vielleicht das bereits erwachsene Kind aus einer ungesunden Kindheit wieder gesunden?

Wahrscheinlich ist die Antwort ernüchternd:
Diese ersten drei Lebensjahre sind für das Leben des Menschen so nachhaltig prägend, sodass im ungünstigen Falle dieses Kind permanent, Tag für Tag, gegen die negative Prägung ankämpfen und sich auflehnen muss.
Es ist dabei sehr hilfreich, wenn zunächst einmal möglichst klar und deutlich wird, was in der Kindheit passiert ist und ein Bewusstsein für die eigene Kindheit geschaffen wird.
Dazu gehört auch, dass die Kindheit, so wie sie war, mit all ihren Facetten, mit allen Tiefen und dunklen Stellen angenommen wird.

Kein Kind dieser Welt ist für den unglücklichen oder glücklichen Verlauf seiner Kindheit verantwortlich, aber spätestens der Erwachsene ist dafür verantwortlich, dass er seine Kindheit als Grundbaustein seines Lebens annimmt und darauf, so gut es eben möglich ist, sein Lebenshaus darauf baut.

Desweiteren können beispielsweise innerhalb einer Psychotherapie gesunde Verhaltensweisen eingeübt werden, die dem Kind bzw. dem Erwachsenen helfen, statt Misstrauen Vertrauen aufzubauen und immer wieder zu neu auszuprobieren.

Es lohnt sich!

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